Es reicht nicht, nur Versicherungsmakler zu sein. Man muß auch versuchen, Erkenntnisse aus der Praxis in die Politik einzubringen.
Ein ernsthafter VS-Makler sollte darüber hinaus als Verbraucherschützer denkend handeln. Was mir auf Grund meines beruflichen Herkommens nicht schwer fällt und was mir deshalb niemand bestreiten kann.
Von Peter Zinke, der
Der Gesundheitsfonds ist ein Monster und Lieblingskind der Rechthaberei. Die politisch Verantwortlichen rennen lieber mit ihren Köpfen Betonwände ein, anstatt in ihre Köpfe Vernunft einkehren zu lassen. Der Gesundheitsfonds ist einfach nicht händelbar. Wer das erkennt und dementsprechend handelt, kann nur an Ansehen gewinnen.
Meinungsänderung durch bessere Erkenntnis ist keine Schwäche.
Das Geschreibe, Gerede und all die Denkmodelle zur Gesundheitsreform und ständig mehr rund um und über den Gesundheitsfonds zeigen eines deutlich, daß die Politik komplett den Überblick über das Gesundheitswesen und den noch unklaren Gesundheitsfonds verloren zu haben scheint.
Gesundheitsfonds ohne Selbstbeteiligung, Gesundheitsfonds mit Selbstbeteiligung und in mehreren Talkshows all jene unerhörten und wirklich klugen Experten zur Gesundheitsreform, da staunt man nur. Und? Man sitzt sich gegenüber, beharkt sich. Eines wird dabei deutlich: Unter einem doppelten Dr. Dr. oder Professor Dr. oder Minister oder ... geht gar nichts mehr.
Mütter starben an Wundbettfieber, bis ein kluger Arzt die ganz einfache Lösung fand. Warum? Weil er denken konnte, während die meisten mit Titeln nur herumwirbelten! Was das mit dem deutschen Gesundheitsfonds zu tun hat? Weiß ich auch nicht. Oder doch?
Hier zur Erinnerung an einen wirklich genialen, klaren und klugen Kopf:
Ignatius Semmelweis war ungarischer Gynäkologe und entdeckte die Infektion als Ursache des Kindbettfiebers bei den Müttern. Im 19ten Jahrhundert starben nach der Entbindung bis zu 1/3 aller Frauen. Heute kaum vorstellbar.
Durch seine bahnbrechenden einfachen Hygienemaßnahmen sank die Sterblichkeit bei Müttern im Kindbett extrem. Die Methoden waren einfach. Die Ärzte mußten sich vor einer Behandlung, also Operation oder Untersuchung, nur die Hände mit gechlortem Kalk waschen. Und noch einfacher war es, Gesundheit durch Hereinlassen frischer Luft in die Räume zu erreichen. Unglaublich!
Wie so oft im Leben wurde der Arzt Ignatius Semmelweis von der Fachwelt erst nach seinem Tod gewürdigt. Aber das Unverständnis, das man ihm zu Lebzeiten immer wieder entgegenbrachte, nagte offensichtlich dennoch an ihm. Es durfte in den Augen so vieler Fachleute nicht wahr sein, daß ein klarer, kluger Mediziner Weltgeschichte schreiben würde.
Nach einem Nervenzusammenbruch verstarb er 1865 in einer Wiener psychiatrischen Klinik daran, was er den Frauen im Kindbett durch seine einfache, geniale Idee genommen hatte: An den Folgen einer zugezogenen Infektion.
Die Klarheit des richtigen Denkens von Ignatius Semmelweis hat unübersehbar all jene "Klugen Fachleute" hinter sich gelassen, die sich zu seinen Lebzeiten über ihn amüsiert hatten. Wie würde er heute wohl unsere Probleme zur Gesundheitsreform lösen? Zumindest bei den politischen Entscheidungen Fenster auf und frische Luft herein lassen und vielleicht während der Entscheidungs-Findungs-Phasen sich öfter mit klarem kalten Wasser das Gesicht waschen oder vielleicht mehrmals kalt duschen.
Politiker und Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt holt euch für eure Gesundheitsreform und für für den Gesundheitsfonds oder wie man die Büchse auch immer nennen soll doch einfach bei den Richtigen den passenden Rat. Semmelweis ist ja leider schon verstorben.
OT Erich Kästner: "Und sind aufgeputzt wie Narren, um zu scheinen was sie sind."
Man kann eigentlich nur noch lachen, weinen, denn niemand der ach so klugen Leute bringt die Lösung vor lauter Eitelkeit, Kurzsichtigkeit und Profilierungssucht - und mangelnder Zivilcourage.
Das Bissige auf diesen Seiten ist meistens so gemeint, wie es sich anhört. Nachdem die Experten viel Geld verdient haben und noch verdienen und ständig weiter hobeln, könnte eigentlich auch einmal die Zeit gekommen sein für ein paar mutige und blutige Laien, sich mit der Gesundheitsreform und diversen Töpfen eines möglichen Gesundheitsfonds herumzuschlagen.
Frau Ulla Schmidt, sie sind doch stets aufgeschlossen für gute Ideen. Zumindest hätten diese Mutigen, falls es sie gibt, keinen Fraktionszwang zu beachten.
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